Mein aktuelles Equipment

Fast so wichtig wie das Fahrrad ist auch die restliche Ausstattung, die zum einen notwendig ist und zum anderen den Komfort oder das Sicherheitsgefühl enorm erhöhen kann. Ergänzend zu meinem Video möchte ich Euch meine wichtigsten Ausrüstungsgegenstände hier noch ein wenig genauer vorstellen. In diesem Artikel geht es vorrangig um die Ausstattung und die sinnvollen Ergänzungen meines Crossbikes (denn so ein lupenreines Gravelbike ist es nicht, aber dazu später mehr).

Die absoluten Must-Haves

Einige Gegenstände sind nicht nur sehr hilfreich; man ist sogar verpflichtet, sie dabei zu haben. Ganz oben auf der Checkliste bei polizeilichen Kontrollen steht das Thema “Licht”. Entsprechend sollte man eigentlich immer die passende Beleuchtung dabei haben. Eigentlich… Ich muss zugeben, dass ich nur selten die anklemmbaren Beleuchtungen für mein Rad dabei habe. Die meisten Touren mache ich bei gutem Tageslicht und schönem Wetter. 

Wirklich dabei habe ich die abnehmbare Beleuchtung nur bei sich andeutendem Schlechtwetter oder wenn ich wirklich weiß, dass es auf Hin- oder Rückweg dunkel sein wird. So nutze ich auf dem Hinweg zur Arbeit aktuell einen 08/15-Akku-Scheinwerfer, der in naher Zukunft mal ausgetauscht werden sollte. Ob ich damit im Dunklen wirklich genug sehen würde, weiß ich gar nicht – der Praxistest steht noch aus. Zumindest reicht es aus, um für andere im Verkehr sichtbar zu sein. 

Ein echter Geheimtipp, den ich jedem empfehlen kann, ist meine Rückleuchte. Mit einem Gummi ist diese schnell an der Sattelstütze befestigt und sorgt für optimale Sichtbarkeit. Sie leuchtet nämlich nicht nur nach hinten, sondern auch nach unten. Das bietet insgesamt drei Vorteile:

  1. Auf dem Boden zeichnet sich ein gut einen Meter durchmessender leuchtender, roter Kreis ab
  2. Da auch die Fersen beleuchtet werden, erzeugt nicht nur das Licht, sondern auch die Bewegung der Füße bei nahe kommenden Autos leicht Aufmerksamkeit
  3. In der Zusammenschau sorgt vor allem der leuchtende Kreis dafür, dass Autofahrer meiner Erfahrung nach mit einem größeren Abstand überholen. Ich vermute einfach mal, dass man sich als Autofahrer davor hütet, dem leuchtenden roten Kreis auf der Straße zu nahe zu kommen

Die 10,- €, die diese Rückleuchte kostet, kann man meiner Meinung nach nicht besser in die eigene Sichtbarkeit auf dem Rad investieren. Wie lange der Akku genau reicht, kann ich gar nicht sagen. Ich meine, mal etwas von zwei Stunden gelesen zu haben. Aber selbst dann: die USB-Buchse ist gut zugänglich, so dass man für längere Fahrten leicht eine Powerbank anschließen kann.

Auch wenn sie uncool ist, für die Sicherheit ist sie unerlässlich: die Fahrradklingel. Auch in meinen sportlichsten Momenten möchte ich darauf nicht verzichten. Ich mag es einfach nicht, wenn ich hinterrücks an Spaziergängern vorbei schieße. Bei meiner Klingel habe ich auf Lautstärke viel Wert gelegt. Sie ist echt unüberhörbar. Das hat allerdings auch zur Folge, dass ich mich schon sehr frühzeitig bemerkbar machen muss, damit Fußgängern nicht vor Schreck das Herz stehen bleibt.

Für mich ist über die Jahre auch mein Rückspiegel ein unverzichtbares Must-Have geworden. Es geht sogar so weit, dass ich manchmal beim Spazierengehen nach links unten schaue und mir dann erst bewusst werde, dass ich den Rückspiegel ja nur am Fahrrad nutzen kann. Das Modell meiner Wahl ist klein und fällt nicht wirklich auf. Ohne Mühe ist es in diverse Lenker-Enden montiert, egal ob Rennrad- oder Trekking-Lenker. Wie unverzichtbar der Spiegel für mich inzwischen ist, habe ich letzte Woche gemerkt: da wurde mir der Spiegel von meinem Rad geklaut. Und anschließend habe ich mich im Großstadtverkehr in Hannover nicht mal mehr halb so umsichtig gefühlt. Daher wurde am gleichen Tag Ersatz geordert. Zum Glück ist auch der Spiegel in der 10-Euro-Liga zu finden und bietet mir damit ein unschlagbares Preis-Leistungs-Verhältnis.

Ein weiterer unverzichtbarer Begleiter, der auf jeder Tour dabei sein sollte – zumal das Gewicht vernachlässigbar gering ist: Kabelbinder. Diese sind vielseitig einsetzbar. Egal ob ein Schutzblech locker ist, Bremskabel im Weg sind oder andere Dinge fixiert werden müssen – Kabelbinder sind des Radfahrers Freund. Ich persönlich nutze Kabelbinder mit Klettverschluss, weil diese nachhaltiger sind und immer wieder verwendet werden können. Das ist vor allem wichtig bei einem Foodie-Bag, den ich je nach Bedarf an verschiedenen Rädern nutze. Mit Klett-Kabelbindern ist er schnell von einem Rad an das andere montiert.

Die Nice-To-Haves

Eine Oberrohrtasche ist schon ganz praktisch: mein Exemplar von Vaude ist von beiden Seiten zu öffnen. Links habe ich eine Schutzmaske und oftmals ein wenig Kleingeld oder gar die Geldbörse drin, während das rechte Fach exklusiv für das Smartphone reserviert ist. So ist es auf Touren immer gut geschützt und ich komme in wenigen Sekunden dran. Durch die Klettverschlüsse lässt sich die Tasche auch schnell von einem aufs andere Fahrrad montieren. Aber bisher habe ich sie nur am Crossbike genutzt.

Es ist tatsächlich ein Futterbeutel für Hundeleckerli, der mir das Filmen meiner Touren wesentlich erleichtert. Er ist mit Klett-Kabelbindern am jeweiligen Fahrradlenker angebracht und ist die ideale Halterung für meine GoPro MAX am Selfie Stick. Ein Nachteil der Kamera ist die Tatsache, dass die Linsen nicht gut geschützt werden. Es gibt da zwar durchsichtige Plastikaufsätze, die einen gewissen Schutz bieten, aber eben auch sehr stark reflektieren. Die Linsen sind geschützt – die Aufnahmen allerdings unbrauchbar. Da hilft dieser Foodie-Bag: gut gepolstert kann den Linsen darin nichts passieren (zumindest wenn außer der Kamera nichts weiter in dem Fach ist) und bei Regen kann man mit dem Zugband für etwas zusätzlichen Schutz sorgen. Wenn ich die Kamera nicht dabei habe, lasse ich den Foodie-Bag manchmal trotzdem am Lenker. Denn die Erfahrung zeigt: je leichter ich mein Smartphone in der Hand habe, umso häufiger greife ich auch danach, um einige Schnappschüsse oder Insta-Stories zu machen. Und da ist dieser Foodie-Bag echt unschlagbar.

Gerade für lange Ausfahrten will ich meine Trinkblase nicht mehr missen. Drei Liter Wasser fasst der “Plastiksack”, der gut verstaut (und somit relativ sicher vor praller Sonne) im Rucksack mit dabei ist.. Tatsächlich bleibt das Wasser erstaunlich lange kühl. Man kann auch mit einem Kühlpack nachhelfen, das man mit in den Rucksack packen kann. Durch den Schlauch, er am Rucksackriemen befestigt ist, hat man die Flüssigkeit jederzeit griffbereit.

Auf meinen Radcomputer (Wahoo Roam) möchte ich nur ungerne verzichten. Klar: kurze Alltagsstrecken kann ich auch mal fix mit meinem Fitnesstracker am Handgelenk (Garmin Vivoactive 4) aufzeichnen. Aber mir ist es schon wichtig, dass ich so einige Trainingsdaten immer im Blick habe – vor allem auf dem Crossbike. Nicht zuletzt kann ich mit der integrierten Karte gut navigieren – und den Handyakku schonen.

Sensoren

Natürlich muss mein Training auch jederzeit so gut wie möglich mit Zahlen belegt und gemessen werden. Als Freund der Statistik freue ich mich, wenn durch intensives Training mal wieder der Ruhepuls nach unten geht oder ich merke, dass bei gleicher Strecke der Puls nach einer Weile nicht mehr so in die Höhe geht. Dieser Sensor ist also offensichtlich: Puls!

Meistens trage ich einen frisch gekauften Pulsgurt H10 von Polar. Die Marke hat sich einfach bewährt und hat mit der Pulsmessung jahrzehntelange Erfahrung. Die merkt man auch ihrem “Pro”-Pulsgurt an. Eingearbeitete Gummi-Noppen sorgen dafür, dass der Gurt absolut rutschfrei sitzt und sicher seinen Dienst verrichtet. Wenn es mal schnell gehen muss, ich nur kurz eine Alltagsfahrt mache oder wir eine gemeinsame Radtour mit Pause planen, muss auch mal der Pulsmesser in meinem Fitness-Tracker reichen. Der ist zwar nicht ganz so genau – vor allem nicht in den ersten paar Minuten der Aktivität – aber gerade wenn man sich auf einen gemütlichen Tag im Biergarten freut, ist Komfort Trumpf.

Außerdem habe ich noch zwei Bluetooth-Sensoren an meinem Rad verbaut, bei deren Nutzen ich mir teils uneins bin. Überzeugt bin ich inzwischen vom Kadenz-Sensor, der mir auf dem Display meines Radcomputers jederzeit meine Trittfrequenz anzeigt. Stellt sich raus: wenn ich wirklich versuche, möglichst durchgängig mit 80 Umdrehungen/Minute zu pedalieren, fahre ich gefühlt am effektivsten. Bei zu wenig Umdrehungen wird das Bein über Gebühr belastet. Ab 80 Umdrehungen stellt sich eine – ich nenne es gerne “Schwupptizität” ein – weil man dann irgendwie mit dem vorhandenen Schwung schon wieder gut in die Pedale tritt, ohne zuviel Kraft aufzuwenden. Das Rad läuft dann einfach wie ein Schweizer Uhrwerk. Mir persönlich hat es wirklich geholfen, diesen Wert jederzeit im Blick zu haben.

Nicht ganz so überzeugt bin ich von dem Geschwindigkeits-Sensor, den ich auf der vorderen Radnabe verbaut habe. Bisher hatte ich die Geschwindigkeit immer über das GPS des Radcomputers gemessen. Grundsätzlich hat das auch gut funktioniert. Kritisch wurde es immer dann, wenn ich im Wald unterwegs war. Durch das Geäst wurde das GPS anscheinend durchaus ein wenig gestört. Obwohl ich gefühlt konstant mit ein und derselben Geschwindigkeit unterwegs war, variierte die Geschwindigkeitsanzeige sprunghaft zwischen 20 km/h, 27 km/h, 25 km/h usw. Damit kann ich nicht arbeiten. 😉

Der Geschwindigkeits-Sensor ist auf den Radumfang des Vorderrades eingestellt und misst so bei jeder Umdrehung des Rades die Geschwindigkeit. So könnte ich auch durch den Elbtunnel fahren (…), ohne dass die Geschwindigkeit abbricht, so wie es bei GPS der Fall wäre. Aber: die Anzahl der Radumdrehungen pro Minute ist natürlich begrenzt. Entsprechend fällt dann auch die Anzeige aus. Wenn ich 24,9 km/h schnell fahre und ein wenig mehr in die Pedale trete, erscheint als Geschwindigkeit unweigerlich “25,9 km/h” und anschließend “27,0 km/h” im Display. So 100%ig genau ist diese Anzeige entsprechend auch nicht, aber ich lasse sie jetzt erst mal so am Rad.

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