Tour: Erzgebirge, die zweite

Für meine zweite Radtour im Erzgebirge hatte ich mir ein schönes Ziel gesetzt: den Bärenstein. Unmittelbar in der Nähe zur Grenze nach Tschechien gelegen schien dieser „Hügel“ mit seinen gerade mal knapp 200 Höhenmetern durchaus machbar, zumal mit dem E-Bike.

Die ersten Kilometer gestalteten sich ziemlich schwierig. Wie bereits im vorigen Beitrag erwähnt, ist das Erzgebirge nicht so unbedingt auf Radfahrer eingestellt. Um auf meine geplante Radstrecke zu kommen, musste ich irgendwie einmal durch die Stadt. Das heißt: bergauf, bergab – ohne zu wissen, wo ich denn genau bin. Letztlich war ich dann irgendwann auf einer Ausfallstraße unterwegs, im morgendlichen Berufsverkehr. War froh, als ich da wieder weg war. Die von mir ausgewähte Route war dann wirklich schön zu fahren.

Endlich auf der gewählten Route fernab vom Autoverkehr angekommen.

Auch wenn man es diesem kilometerlangen Streckenabschnitt nicht angesehen hat: hier verliefen früher Gleise. Es handelte sich um eine alte Bahntrasse, die nun für den Radverkehr genutzt wurde. Dort ließ es sich zwar einwandfrei und entspannd fahren, aber es sollte auf meinen Expeditionen so ziemlich der einzige, extra für Radfahrer angelegte Weg, bleiben.

So macht Radfahren Spaß. Kein Auto weit und breit, stattdessen tolle Landschaften

Als ich dann endlich am Aufstieg zum Bärenstein angekommen war, habe ich mich umentschieden. Der Waldweg sah nicht ganz so hübsch aus, am Tag zuvor hatte es auch noch geregnet. Da wollte ich dann gar nicht erst riskieren, in einer großen Schlammpackung zu landen. Stattdessen habe ich meine Route dann zum nahe gelegenen Jöhstadt verlegt. Ein guter Freund kommt von dort, den wollte ich dann mit einem Ortsschild-Foto überraschen.

Der Weg dorthin war dann ziemlich phänomenal. Dass es hier mächtig bergab ging, kann man auf dem Foto ein wenig erahnen. Was ich ein wenig unterschätzt hatte: wie stark bei solch steilen Bergab-Strecken, die auch noch kilometerlang sind, die Bremsen gefordert werden. Aber stellt sich raus: gute Bremsbeläge verzeihen einem auch mal solche Kapriolen.

Eine Abfahrt wie eine Sprungschanze…

Kurze Zeit später folgte dann die logische Konsequenz: wo es bergab geht, muss es irgendwo auch wieder bergauf gehen. Also hieß es wieder: etwas stärker in die Pedale treten. Immerhin fuhr ich unter einen grünen Blätterdach und genoss die tolle Luft, die noch an den Regen des Vortags erinnerte.

Lieblingsstrecke: unter einem grünen Blätterdach fährt es sich besonders gut

Nach der kurzen Stippvisite in Jöhstadt ging es dann wieder ordentlich bergab. Ja, man kann das schon einen Geschwindigkeitsraus nennen.

Riding with the speed of sound…

Kurz darauf führte mich mein Weg durch Königswalde hindurch. Hier zeigte Komoot mal wieder, was es kann. Anstatt auf den Hauptverkehrsstraßen hat es mich gemächlich durch schöne Seitenstraßen geroutet, in denen ich ohne Stress durch den Ort hindurchgondeln konnte. Kaum hatte ich Königswalde verlassen, kam ein paar Tropfen Regen herunter und ich beschloss, so langsam mal wieder nach Hause zu fahren. Aber erst mal ging es wieder bergauf. Entlohnt wurde ich mit einem schönen Panorama, das Ihr im Video noch besser sehen könnt. Stellvertretend dafür gibt es hier ein Foto vom geliebten Pöhlberg. Der begrüßt uns immer, wenn wir nach Annaberg kommen, thront er doch direkt über der Stadt. Aber so hatte ich ihn noch nie erlebt: das war schon fast österreichisches Almen-Feeling.

Gruß aus dem Ländlichen

Kurze Zeit später war ich dann wieder „irgendwie“ in Annaberg. Aber mein Problem als Ortsunkundiger wird auf dem folgenden Foto schon deutlich:

Na, wer findet den Fehler?

Fehler gefunden? Profi-Tipp: ist immer nicht so gut wenn direkt hinter dem Ortseingangs-Schild ein Verkehrszeichen „Sackgasse“ folgt. Entsprechend musste ich ein wenig umplanen. Auf die Routenführung von Komoot wollte ich mich jetzt nicht mehr verlassen. Wer weiß an welchen Straßen der mich entlang routet. Und hat Komoot eigentlich auf dem Schirm, dass der zentrale Kreisel in Annaberg gerade gesperrt ist? Ich wollte es nicht ausprobieren. Und so probierte ich es eben selbst. Ich sag mal so: ich bin an schönen Häuserfassaden vorbei gekommen…

…und dann habe ich sogar noch ein abgelegenes Stück der Stadtmauer gefunden, das selbst den Einwohnern nicht so geläufig ist…

…aber irgendwann habe ich dann doch meinen Weg gefunden. Auf der Route kann man aber noch mal deutlich sehen, dass ich da ziemlich per „trial-and-error“ unterwegs gewesen bin. 🤣

Lost in Annaberg-Buchholz

Mein Fazit von zwei Radtouren im Erzgebirge: schee war’s. Beim nächsten Besuch ist das Rad sicherlich wieder dabei, auch wenn das Erzgebirge sicherlich nicht so eine tolle Radfahr-Region ist wie etwa die Mecklenburger Seenplatte. Es gibt noch genug zu entdecken.

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