Tour: eine erste kleine Runde im Erzgebirge

https://youtu.be/reafTH2Z2fo

Als jemand, der in der Region Hannover aufgewachsen ist, kann man ja eigentlich nru zum „Flachlandfahrer“ werden. Entsprechend hatte ich auch einigen Respekt vor meiner ersten Radtour im Erzgebirge. Aber wenn wir schon für einen anständigen Fahrradträger tief in die Tasche greifen mussten, war ja wohl klar, dass wir auch zu einem Besuch bei meinen Schwiegereltern die Räder mit dabei haben.

Aufgrund meines noch angeschlagenen Gesundheitszustandes war ich mit dem Pedelec unterwegs. Und ich war vorsichtig: normalerweise sammele ich auch auf ausgedehnten Radtouren bei uns nur wenige hundert Höhenmeter. Das sieht im Erzgebirge schon ganz ander aus. Hier hat man es mit Steigungen zu tun, die beiuns zuhause unvorstellnbar sind:

Ein Widerspruch in sich: 18% Gefälle, aber Tempo 30?!?! 🤣

So lange es bergab geht – kein Problem. Aber was ist denn, wenn es ellenlang bergauf geht? Wie sehr frisst das am Akku? Ich bin es ja gewohnt, dass die Restreichweite des Pedelecs bei Anstiegen oder starkem Gegenwind ganz schnell mal in den Keller gehen kann. 18% Steigung machen es da nicht besser. Hinzu kommt: ich kenne mich im Erzgebirge radfahrtechnisch überhaupt nicht aus. Klar: wenn wir zu Besuch sind, bekommen wir von der Familie viel geboten und machen fast täglich kleinere Ausflüge mit dem Auto. Aber was Radwege angeht, bin ich absolut uninformiert.

Schnell musste ich feststellen, dass die Infrastruktur im Erzgebirge auch nicht unbedingt auf Radfahrer ausgelegt ist. Oftmals muss man sich die Landstraßen mit den Autos teilen; gesonderte Radwege gibt es nur in seltenen Fällen. Eigentlich ja auch logisch: die hügelige Landschaft hat sicherlich mit dafür gesorgt, dass das Fahrrad – zumindest bis zru Einführung von Pedelecs – nicht unbedingt das Verkehrsmittel der Wahl war.

Auch im zugehörigen Video zu dieser Tour werdet ihr auf ein Problem stoßen, das ich schon immer habe wenn es um Steigungen oder Gefälle geht: man kann es im Video nur erahnen. Kleines Beispiel? Dieses Foto entstand auf dem mit 18% angekündigten Streckenabschnitt. Aber mal ernsthaft: kann man auf dem Foto erkennen, dass man ohne häufiges Abbremsen schnell die Kontrolle über das Rad verlieren würde? Nö, oder?

Man muss schon genau hinsehen, um zu erkennen, wie steil es hier bergab geht

Dass das Video schon ein paar Tage älter ist, werden die Sherlocks unter Euch sicherlich daran erkennen, dass der Raps noch geblüht hat. 😉

Nicht mehr ganz aktuell: die Rapsblüte

Auf meiner Tour bin ich am südlichen Ortsausgang nach Tannenberg auf einen schönen kleinen Rastplatz gestoßen, der beschaulich an einem kleinen Wehr gelegen ist. Und weil es sich so angeboten hat und ich kurz zuvor einen unbeantworteten Anruf erhalten habe, nutzte ich diese schöne Ecke, um zurückzurufen.

Störgeräusche beim Telefonieren? Kann ich!

Auch sehr schön an diesem Rastplatz – abgesehen davon, dass er noch sehr, sehr neu aussah: eine Wasserquelle. Hier sprudelt aus einem Brunnen allerfeinstes Quellwasser. Zumindest bei uns zuhause in der Gegend ist es ein echtes Abenteuer, irgendwo eine Wasserquelle zu finden, in der man seine Flasche guten Gewissens auffüllen kann. Da gäbe es noch viel zu tun. Wehmütig denke ich da an die unzähligen Brunnen in Rom, aus denen bestes Trinkwasser sprudelt.

Seltener Anblick: eine Trinkwasserquelle, ideal zum Auffüllen der Wasserflaschen

Nach einer kurzen Stippvisite beim Schloss in Schlettau wartete dann der steilste Anstieg auf mich. Da die Tour nicht so lang war, konnte ich hie guten Gewissens den Motor ordentlich zuschalten. Und auf halber Höhe wurde ich dann mit einer schönen Bank mit einem tollen Ausblick auf Schlettau belohnt.

Bank bei Schlettau

Die erste Tour neigte sich somit schon ziemlich früh ihrem Ende. Ich traute mich nicht zu weit weg von Annaberg-Buchholz, weil ich die Gegend nicht richtig einschätzen konnte. Da der Akku aber noch so gut gefüllt war, habe ich noch einen Abstecher auf den Schreckenberg gemacht. Normalerweise spaziere ich da gerne hoch, liegt diese Ruine doch nicht mal einen Kilometer vom Haus meiner Schwiegereltern entfernt. Auch da ist der Aufsteig ziemlich steil, aber der Ausblick von dort oben lohnt auf jeden Fall.

Blck vom Schreckenberg nach Annaberg

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