Tour: Von der Angst gehetzt: ich stehe im Maisfeld

Ihr kennt das doch sicherlich alle: es kommt immer anders, als man denkt. So auch bei dieser Tour. Ich hatte mir eine schöne Route mit 100 Kilometern zusammengeklickt, die mich bis an den Krakower See führen sollte. Dort waren wir schon bei unserem letzten Besuch auf der Mecklenburger Seenplatte. Hat uns damals sehr gefallen, nicht nur wegen der leckeren Fischbrötchen.

Unser Besuch in Krakow am See von 2018

Diesmal wollte ich also einen kleinen Umweg über den Ulrichshusener See fahren, damit ich auch meine 100 Kilometer voll bekomme. Es war die letzte Tour des Urlaubs, ich war allein unterwegs, also sollte es ruhig noch einmal dreistellig werden. Die Morgenstimmung war sehr schön und ein echtes Highlight war natürlich der große Schwarm Kraniche, der über mich hinweg geflogen ist. Ich hoffe, dass die Stimmung im Video nachgefühlt werden kann…

https://youtu.be/4TOkP5JJRew

Was nicht ganz so toll war, war zumindest zu Beginn der Tour der Untergrund. Schotterige Feldwege und sandige Waldwege fand ich nicht ganz so toll. Schließlich fahre ich mit Click-Pedalen, da endet jeder Ausrutscher gleich noch mal etwas fataler als normal, wenn man die Schuhe nicht fix genug aus der Halterung bekommt. Im Wald musste ich an einer Stelle dann tatsächlich mal schieben.

Sandige Piste macht Schieben ununmgänglich

Der Ulrichshusener See hat mich dafür aber echt entschädigt. Ein kleiner Strand und ein einsamer Steg haben für eine tolle Pause gesorgt.

Entspannen am Ulrichshusener See

Die weitere Fahrt hätte wohl auch besser sein können. Großteils ging es entlang einer gut befahrenen Landstraße, irgendwann auch mal entlang einer Schnellstraße. Ich war noch gut 20 Kilometer von meinem Ziel Krakow am See entfernt, da zogen sich über mir die Wolken zusammen. Für den späten Nachmittag oder Abend wurden Regenschauer und Gewitter angesagt. Regen ist für mich nicht so schlimm, meistens bin ich eh am schwitzen, da ist das eher eine gelungene Erfrischung. Aber vor Gewitter habe ich doch ziemlichen Respekt. Da vermeide ich jegliche Situationen, in denen mich Blitz und Donner auf offenem Feld erwischen können. Also stellte ich mich kurzerhand ins Maisfeld entlang der Schnellstraße, um meine Route zu ändern. Es musste nicht unbedingt der kürzeste Weg zurück nach Waren sein – Hauptsache nicht auf der gleichen Strecke zurück wie auf der Hinfahrt.

Routenplanung im Maisfeld

Letztlich war ich dann auch ziemlich froh, wieder von der vielbefahrenen Schnellstraße herunter zu sein. Die meisten Autos haben beim Überholen zwar einen respektvollen Abstand eingehalten – wenn einem die Autos mit 100 km/h im Nacken heranpreschen, ist das aber immer unangenehm. Kaum war ich von der Schnellstraße abgefahren, wurde es merklich entspannter.

Runter von der Schnellstraße – rein ins Vergnügen

Auf dieser Tour hatte ich mich oftmals gefragt, warum die Mecklenburger Seenplatte eigentlich „Platte“ heißt, denn gerade an dem Tag war die Route doch ziemlich hügelig. Zum Ende hin, wurde mir aber zumindest klar, warum das Wort „See“ darin vorkommt: in jeder Ecke gibt es einen See! Einen kurzen Zwischenstopp habe ich am Bergsee bei Alt Gaarz gemacht. Kaum war ich dort losgefahren, habe ich auf der anderen Straßenseite den nächsten tollen See gesehen.

Der Bergsee bei Alt Gaarz

Kurze Zeit später habe ich noch einen großen Schwarm Kraniche auf einem Fend gesehen, den ich mit meinen Action-Kameras nicht eingefangen bekommen habe. Also habe ich es mal mit dem Smartphone versucht. Schaut Euch an, ob das was geworden ist. Man kann’s ein wenig erkennen. 😉

Heinz Sielmanns Erbe bei der Kranich-Foto-Safari

Nur wenige Kilometer später habe ich den Jabelschen See erkannt und wusste von dort an, wie ich zurück zu unserem Apartment komme. Kurz vor dem Ende ist mir dann noch ein Klettband von meinem Hundefutterbeutel gerissen, so dass ich fortan auf den Einsatz der GoPro verzichten musste. Immerhin ist sie nicht aus der Tasche gepurzelt. Ein Klettband lässt sich besser ersetzen als eine Kamera.

Nach 66 Kilometern war ich dann wieder „zu Hause“. Und – war klar: es hat natürlich weder geregnet, noch gewittert. Erst abends um 22 Uhr fing es an zu regnen. Naja, sicher ist sicher. Auch so habe ich wieder mal eine schöne Tour gemacht.

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